Zeichnung: Visualisierung von unterschiedlichen Stimmungen
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Sport bei Depression

Wie Bewegung die Handlungs- und Sozialkompetenz fördert

Sportmedizin

Ausdauertraining kann bei der Behandlung einer Depression unter Umständen eine ähnliche Verbesserung der Symptomatik erreichen wie eine psychopharmakologische Behandlung.

Die Sport- und Bewegungstherapie der Abteilung für Seelische Gesundheit am St. Agatha Krankenhaus visiert zwar auch die allgemeingültigen positiven körperlichen Effekte von Bewegung an. Insbesondere aber verfolgt sie die dem seelischen Krankheitsbild angepassten unterschiedlichen psychosozialen, affektiven und kognitiven Ziele.

In der täglichen Arbeit mit diesem Krankheitsbild zeigt sich dieser Effekt immer wieder: Zu Beginn ihres stationären Aufenthalts schaffen es viele Patienteninnen und Patienten nicht, aus eigenem Antrieb das Bett zu verlassen. Im Laufe der Behandlung gelingt es ihnen dann immer besser und am Ende sind die Patienten im günstigsten Fall motiviert für einen längerfristigen Neu- und/oder Wiedereinstieg in sportliche Tätigkeiten, im Sinne einer gelungenen Ressourcenaktivierung.

Sport verbindet

Ein weiteres wichtiges Ziel in der Behandlung von Depressionen ist die Verbesserung der Kontaktfähigkeit. Sozialer Rückzug und damit auch der Verlust wohltuender Beziehungen ist ein Teufelskreis, der die Symptomatik häufig aufrechterhält. Beim gemeinsamen Sporttreiben erleben und erfahren die Erkrankten in der Regel viel Freude, Geselligkeit und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit wird gefördert.

Im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik reicht die Sport- und Bewegungstherapie am St. Agatha Krankenhaus weit über die funktionellen Ziele des Sports hinaus. Vielmehr stehen psychosoziale und pädagogische Ziele durch die körperliche Aktivität im Vordergrund. Die gezielt eingesetzten sportlichen Angebote reichen vom Ausdauertraining über Wahrnehmungsübungen bis hin zu Bewegungsspielen. Patientinnen und Patienten kommen in den Kontakt mit Situationen, die sie sozial-affektiv fordern. So können beispielsweise Teamgeist, Ehrgeiz, Erfolg, aber auch Frustration in der Gruppe oder im Einzeltraining erlebt und reflektiert werden. Folglich führt die Therapie zur Verbesserung der Handlungskompetenz und der Sozialkompetenz.

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