Eine Pflegerin misst mit dem Handy Blutzucker bei einer Patientin.
Eine Pflegerin misst bei einer Diabetespatientin digital die Blutzuckerwerte.

„Smarte“ Unterstützung bei Diabetes

Kölner Kardio-Diabetes-Zentrum bietet Patienten moderne Unterstützung an

Zuckerwerte messen, Kohlenhydrate schätzen, die richtige Insulinmenge ausrechnen und alle Ergebnisse präzise in einem Tagebuch festhalten – und das Tag für Tag. Eine so „datenlastige“ Krankheit wie Diabetes erfordert insbesondere von Patienten mit Diabetes Typ 1 (aber auch bei Diabetes Typ 2) viel Disziplin und Aufmerksamkeit.

Viele Diabetiker leben deshalb in ständiger Sorge vor Über- oder Unterzuckerung. Der Diabetes bestimmt ihren Alltag. Das kann auf Dauer sehr ermüdend und frustrierend sein und führt dann häufig zu Phasen mit Vernachlässigung des Diabetestagebuchs, geschönten Werten, Berechnungsfehlern und zu Blutzuckerentgleisungen. 

Apps versprechen „smarte“ Unterstützung bei Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Eine große Entlastung beim ständigen Rechnen können computergestützte Apps speziell bei Diabetes bieten. So können Blutzuckermessgeräte mit Speicherfunktion genutzt werden, deren Daten der Arzt über USB oder Bluetooth in eine Auswertungssoftware am Computer einspeist. Dieser wertet die Messergebnisse seit dem letzten Arztbesuch automatisch aus und stellt die Resultate in übersichtlichen Grafiken dar. 

Diabetes: Piksen und Spritzen war gestern

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Prof. Dr. med. Frank M. Baer ist Chefarzt der Medizinischen Klinik und des Kölner Kardio-Diabetes-Zentrums am St. Antonius Krankenhaus.

Aber nicht nur für die Datenverwaltung, auch für die Zuckermessung und die Insulinzufuhr gibt es Geräte oder andere digitale Unterstützer, die diese teilweise automatisiert durchführen. Die herkömmliche Bestimmung des Blutzuckerwerts mittels Pikser in den Finger wird immer mehr durch sensorbasierte Messungen verdrängt, die beliebig oft mit einem Scanner wiederholt werden können.

Eine Weiterentwicklung stellt die ständige Zuckermessung, das Continuous Glucose Monitoring (CGM), über einen am Bauch fixierten Sensor dar. Eine Methode, die im Kölner Kardio-Diabetes-Zentrum regelmäßig geschult wird. Der Sensor übermittelt die Werte an einen Empfänger, der – je nach Produkt – mit dem Smartphone verbunden werden kann.

Bestimmte Insulinpumpen lassen sich zum CGM-System erweitern, sodass die Pumpe zum Empfänger der vom Sensor gemessen Glukosewerte wird und kein zusätzliches Steuerungsgerät getragen werden muss. Ein solches Hybrid-Closed-Loop-System, ein fast geschlossenes System zur Insulinversorgung, wird daher auch als „künstliche Bauchspeicheldrüse“ bezeichnet. 

Diabetes-Apps sind kein Ersatz für den Arzt

Digitale Angebote unterstützen und vereinfachen das Diabetesmanagement heute enorm. Glukosemessung, Insulinabgabe, Übermittlung der Daten – vieles geschieht automatisch, vereinfacht den Alltag und führt zu einer verbesserten Zuckerstoffwechselkontrolle. Dennoch gilt: Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die entsprechend sorgfältig – und ärztlich unterstützt – gemanagt werden muss. Dabei bleibt der persönliche Kontakt zwischen Arzt, Diabetesberater und Patient auch bei zunehmender Digitalisierung nach wie vor die Basis einer langfristig erfolgreichen Diabetes-Therapie.

St. Antonius Krankenhaus
Schillerstraße 23
50968 Köln-Bayenthal
Telefon 0221 3793-0
www.antonius-koeln.de

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