Eine Frau mit Mundschutz steht in einer Krankenhauskapelle.
Krankenhausseelsorgerin Beate Werner hilft auch in Corona-Zeiten.

Seelsorge in Zeiten von Corona

Ist Seelsorge trotz Coronavirus‘ systemrelevant?

Corona hat die Seelsorge fest im Griff: Die Grünen Damen kommen nicht mehr, die Kommunionhelfer auch nicht. Besucher dürfen nicht mehr ins Haus, also ist auch die Krankenhauskapelle nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die sehr gut besuchten Messen am Samstagmorgen entfallen bis auf Weiteres.

 

Diese Neuigkeiten und noch viele mehr drangen in der zweiten Märzwoche dieses Jahres nur langsam zu mir durch, denn ich war krank und machte mir zu Hause Sorgen: Was für eine Situation würde ich im Krankenhaus vorfinden? „Italienische Zustände“ gingen mir durch den Kopf; die Kolleginnen und Kollegen … Und immer wieder kam die Frage hoch: Würde man mich arbeiten lassen? Ist Seelsorge in Zeiten von Corona „systemrelevant“? In der nächsten Zeit zeigten mir alle hier im Haus sehr deutlich, dass sie diese Frage klar bejahten. 

Dankbarkeit: Arbeiten trotz Corona-Pandemie

Jetzt – Monate später – bin ich vor allem sehr dankbar: Dass ich weiter meine Arbeit tun durfte, dadurch Patienten und Angehörigen beistehen konnte, mit den Kolleginnen und Kollegen vor allem in der Pflege noch mehr zusammengewachsen bin und dass wir alle es gemeinsam geschafft haben. Dazu gehörte auch, Ohnmacht, Angst und große Sorge um erkrankte Kolleginnen und Kollegen miteinander zu tragen. Zahlreiche Gespräche habe ich in dieser Zeit geführt, denn das Besuchsverbot aufgrund des Coronavirus‘ lastete sehr auf den Patienten und den Angehörigen. Für Patienten ohne Angehörige habe ich Kleidung organisiert oder kleine Besorgungen gemacht, als Vertretung der Grünen Damen.

Jeden Sonntag habe ich die Kommunion zu Patienten, die dies wünschten, gebracht und dabei immer kurze Wortgottesdienste am Krankenbett gefeiert – für mich ein berührender Ersatz für die fehlenden Gemeindegottesdienste. Auch Corona-Patienten habe ich auf Nachfrage der Pflegekräfte besucht – und während ich schwitzend in der Schutzkleidung bei ihnen saß, voller Mitgefühl an diejenigen gedacht, die in dieser „Montur“ wirklich arbeiten mussten.

Mir ist sehr bewusst geworden, wie viel Verantwortung ich bei meinen Tätigkeiten in der Seelsorge trage, denn ich habe mit allen Kontakt und gehe durch das ganze Haus. Als Seelsorgerin ist für mich in Corona-Zeiten die größte Herausforderung, mein Verhältnis zu (wohltuender) Nähe und (gebotener) Distanz abzuwägen, zum Schutz der Patienten und Kollegen.

Maria-Hilf-Krankenhaus
Klosterstraße 2
50126 Bergheim
Telefon 02271 87-0
www.maria-hilf-krankenhaus.de

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