Anschauliche Visualisierung zum Begriff "Digitalisierung"
Warum die entbürokratisierte Pflegedokumentation wichtig ist. Tierney – stock.adobe.com

Neue Pflege-Dokumentation in MARIENBORN

Über eine Änderung wird seit Jahren diskutiert

Durch die Erhebung der Qualitätsindikatoren in der Pflege und der veränderten Qualitätsprüfung in den Altenhilfe-Einrichtungen seit November 2019 sowie der Einführung eines Pflegedokumentationssystems in MARIENBORN mobil wurde die Diskussion um die entbürokratisierte Pflegedokumentation neuerlich angestoßen.

 

Arbeitskreis schafft Grundlagen für neue Pflegedokumentation

Schon seit Jahren diskutieren unsere Verantwortlichen in der Pflege über eine Veränderung hinsichtlich der Pflegedokumentation und der damit verbundenen pflegetheoretischen Grundlagen. Bisher gab es aber keine zwingenden Gründe, den Status quo zu verändern. Durch die Erfahrungen der veränderten Qualitätsprüfung seit 2019 wurde ersichtlich, dass sich die Einrichtungen jedoch erneut mit dieser Thematik befassen müssen.

Im September 2020 wurde in einer zweitägigen Auftaktveranstaltung im Kloster Heisterbach und mit Unterstützung externer Beratung der Arbeitskreis SIS gegründet. Der Arbeitskreis schaffte nun die Grundlagen für die Implementierung der entbürokratisierten Pflegedokumentation. Neben der Erstellung eines Projektplans wurden auch lieb gewonnene und bewährte Konzepte und Vorgaben auf den Prüfstand gestellt.

Zwei Aspekte stachen dabei besonders heraus: Erstens wurden einzelne Konzepte zusammengefasst, um Dopplungen künftig zu vermeiden. Zweitens wurde das bisherige Pflegemodell der Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel durch das Strukturmodell nach der Bundesgesundheitsministerin Elisabeth Beikirch ersetzt. Damit verabschieden sich die MARIENBORN Pflege-Einrichtungen von einem aus Bewohnersicht defizitorientierten Ansatz hin zu einem an Höchstmaß an Unabhängigkeit, Lebensqualität und Wohlbefinden orientierten, pflegerischen Ansatz, unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse. 

Schulungsphase für die Pflegefachkräfte

Durch diesen Paradigmenwechsel mussten die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der pflegerischen und betreuenden Akteure in unseren Einrichtungen neu festgelegt werden. Dadurch werden künftig Aufgaben im Sinne des Primary Nursing für die Pflegefachkräfte erwachsen. In einem weiteren vorbereitenden Schritt wurden die Inhalte und Abläufe der entbürokratisierten Pflegedokumentation erarbeitet und notwendige Kontrollinstrumente festgelegt.

Eine breit angelegte Schulungsreihe der Mitglieder des Arbeitskreises wird im Jahr 2021 die Implementierungsphase der neuen Pflegedokumentation und der veränderten Konzeptionen starten. Diese Phase wird bis in das Jahr 2022 andauern. Dabei besteht die besondere Herausforderung, allen an der Pflege und Betreuung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die neue Sichtweise auf die Pflege und die neue Pflegedokumentation näherzubringen.

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