Ein Ärzteteam nimmt eine kardiologische Untersuchung vor.

Neue Behandlungsmethoden in der Kardiologie

Muss es immer ein Stent sein?

Die Kardiologie des Maria-Hilf-Krankenhauses hat zwei neue Behandlungsmethoden zur Diagnose von Verengungen der Herzkranzgefäße etabliert: die Druckdrahtmessung und den Intravaskulären Ultraschall.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste Erkrankung des Herzens. Sie wird durch Verengungen oder Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen verursacht und stört die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzens. Die Therapie der verengten Herzkranzgefäße erfolgt in der Regel zunächst mittels Ballonaufweitung und anschließender Implantation einer Gefäßstütze (Stent). Doch nicht immer müssen Engstellen mit einem Ballon oder Stent behandelt werden. In manchen Fällen ist die alleinige medikamentöse Behandlung sicherer. 

Verfahren in der Kardiologie: die Herzkatheteruntersuchung

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Privatdozent Dr. med. R. Gökmen Turan ist Chefarzt der Kardiologie am Maria-Hilf-Krankenhaus.

Es gibt verschiedene diagnostische Verfahren, die bei einer Therapieentscheidung in der Kardiologie unterstützen können. Ein übliches Verfahren ist die Herzkatheteruntersuchung, welche durch eine Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße das Ausmaß der Verengung zeigt. Nicht immer kann diese Untersuchung eine klare Aussage treffen, ob die ermittelte Engstelle wirklich die Beschwerden beziehungsweise Durchblutungsstörungen des Herzens verursacht.

Daher hat die kardiologische Abteilung des Maria- Hilf-Krankenhauses (MHK) die neuen Verfahren der Druckdrahtmessung (FFR) und des Intravaskulären Ultraschalls (IVUS) eingeführt. Diese kommen im modernen Herzkatheterlabor zur Anwendung und ermöglichen eine differenzierte Beurteilung von Engstellen der Herzkranzgefäße. 

Stent ja oder nein? FFR und IVUS schaffen Klarheit

Um unterscheiden zu können, welcher Patient tatsächlich einen Stent benötigt, wird in unklaren Fällen die FFR durchgeführt. Dabei wird im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung mittels eines feinen Messdrahts der Blutdruck vor und hinter der Engstelle registriert. Anhand der Messwerte kann dann entschieden werden, ob die Engstelle tatsächlich behandlungsbedürftig ist. Sollte dies der Fall sein, wird die Untersuchung unmittelbar mit der Stentimplantation fortgesetzt. Andernfalls kann auf einen Stent verzichtet werden und der Kardiologie-Patient erhält die optimale medikamentöse Therapie.

Der IVUS bietet eine präzise Darstellung von Engstellen der Herzkranzgefäße als zusätzliche Bildinformation zur Herzkatheteruntersuchung. Insbesondere ermöglicht dieses Verfahren in der Kardiologie, die Länge und die Wanddimensionen der verengten Herzkranzarterie einzuschätzen. Das erlaubt dem Untersucher eine optimale Ballon- beziehungsweise Stentauswahl, was in mehreren Studien zu einer deutlichen Verbesserung der Langzeitergebnisse geführt hat.

Unnötige Stentimplantationen vermeiden

Beim IVUS wird ein Draht mit einer kleinen Ultraschallsonde über den Katheter in das Herzkranzgefäß eingelegt, um ein Bild aus dem Inneren des Gefäßes zu gewinnen. Dieses bildet die Grundlage für die Entscheidung zur weiteren Behandlung. Meistens wird der IVUS eingesetzt, um die Entfaltung eingesetzter Gefäßstützen sowie Veränderungen am Ursprung der Herzkranzgefäße beurteilen zu können. Ziel des Herzkatheterteams im MHK ist es, mithilfe der neuen Verfahren Verengungen der Herzkranzgefäße zu identifizieren, die wirklich eine Gefäßstütze benötigen. Dadurch lassen sich in der Kardiologie unnötige Implantationen von Stents vermeiden.

Maria-Hilf-Krankenhaus
Klosterstraße 2
50126 Bergheim
Telefon 02271 87-0
www.maria-hilf-krankenhaus.de

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