Aids-Schleife_auf_blauem_Hintergrund-AdobeStock_246452048_Natalya_Chumak.jpeg

HIV und Aids

Behandlungsschwerpunkt im Severinsklösterchen

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. An diesem Tag wird an die nach wie vor nicht heilbare Krankheit erinnert, der Verstorbenen gedacht und in Veranstaltungen für die Solidarität mit Infizierten geworben. Das Robert Koch-Institut aktualisiert zu diesem Termin regelmäßig die epidemiologischen Daten: Derzeit leben in Deutschland rund 88.000 Menschen mit HIV und Aids.

 

Die Abkürzung HIV steht für „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das HI-Virus schwächt das menschliche Immunsystem, indem es wichtige Immunzellen, die sogenannten T-Helferzellen oder CD4-Zellen, außer Gefecht setzt. Wenn nun ein Krankheitserreger in den Körper eindringt, kann dieser im schlimmsten Fall nicht mehr abgewehrt werden. Die klinische Ausprägung einer HIV-Infektion bezeichnet man als Aids. 

Neuinfektionen mit HIV in Deutschland rückläufig

Portraet_Mark_Oette_hw_web.jpg
Prof. Dr. med. Mark Oette ist Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin, Gastroenterologie und Infektiologie am Krankenhaus der Augustinerinnen.

Seit einigen Jahren sind die Zahlen der HIV-Neuinfektionen rückläufig – aktuell rund 2.300 pro Jahr. Dies ist vor allem auf die konsequente frühe Einleitung einer antiretroviralen Kombinationstherapie mit HIV-Medikamenten (Blockierung der HIV-Vermehrung) zurückzuführen. Gleichzeitig wissen jedoch mehr als 10.000 Menschen in Deutschland nichts von ihrer Infektion, da sie noch keinen Test haben durchführen lassen. Infolgedessen weisen diese Personen eine deutlich erhöhte Sterblichkeit auf. Deshalb muss das Ziel sein, mehr Patienten zu erreichen, um ihnen anschließend eine Therapie anbieten zu können.

Das fordert auch die World Health Organisation (WHO) in ihrem sogenannten 90-90-90-Postulat. Dieses besagt, dass mindestens 90 Prozent der HIV-Patienten von ihrer Krankheit wissen, mindestens 90 Prozent behandelt sein und die Therapien bei mindestens 90 Prozent erfolgreich die Virusvermehrung unterdrücken sollen. Wenn das gelingt, können viele Patienten trotz Infektion mit einer nahezu normalen Lebenserwartung rechnen. 

Versorgung von HIV-Patienten seit mehr als 30 Jahren

Leider erfüllt Deutschland die erste 90-Forderung noch nicht. Das Krankenhaus der Augustinerinnen – Severinsklösterchen versorgt HIV-Patienten seit Ende der 1980er-Jahre. Jährlich werden bei uns etwa 200 Patienten stationär und circa 500 Patienten ambulant behandelt. Damit gilt das Severinsklösterchen nicht nur in Köln, sondern deutschlandweit als Schwerpunkteinrichtung. Wir sind auf die Betreuung von schwer erkrankten Patienten mit sogenannten opportunistischen Infektionen, das heißt von Patienten mit bösartigen Erkrankungen, sowie auf die breite internistische Diagnostik spezialisiert.

Als Chefarzt der Klinik arbeite ich seit mehr als 20 Jahren an der Erstellung deutscher und europäischer Leitlinien zu verschiedenen Aspekten der Diagnostik und Therapie von HIV-Infizierten mit. Außerdem kooperieren wir eng mit den anderen HIV-Schwerpunktbehandlern in Köln und Umgebung und führen regelmäßig Beratungen zur HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP) durch, zum Beispiel bei der Versorgung von HIV-Patienten nach Nadelstichverletzungen.

Krankenhaus der Augustinerinnen
KdA-Service GmbH
Jakobstraße 27–31
50678 Köln-Südstadt
Telefon 0221 3308-0
www.severinskloesterchen.de

Krankenhaus der Augustinerinnen
KdA-Service GmbH
Jakobstraße 27–31
50678 Köln-Südstadt
Telefon 0221 3308-0
www.severinskloesterchen.de

Zurück