Ein Ärtzin misst bei einer Patientin den Blutzuckerspiegel mit dem Smartphone.
Diabetespatienten können inzwischen eine automatisierte Blutzuckermessung über Sensoren im Gewebe nutzen.

Diabetes mellitus Typ 1

Die Zuckerkrankheit begleitet Betroffene ein Leben lang

Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine chronische Erkrankung, die besonders junge Menschen betrifft und oft schon im Kindergartenalter erstmals auftritt.

Das teilweise sehr junge Alter der Betroffenen macht die Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1 besonders schwierig, da sie über viele Jahrzehnte auch in speziellen Lebensphasen und -situationen – wie Kindheit, Pubertät und Schwangerschaft, Berufstätigkeit und Rentenalter – lückenlos erfolgen muss. Eine auch nur ganz kurze Unterbrechung der Therapie bedeutet jederzeit eine schwere Stoffwechselentgleisung bis hin zum Tod.

Wohl keine andere chronische Erkrankung erfordert daher eine so lange und konsequente Therapie wie der Diabetes Typ 1. Erschwert wird die Behandlung durch die in jeder Situation neu anzupassende Insulintherapie. Denn anders als eine Behandlung mit regelmäßiger Einnahme von Tabletten, kann die richtige Insulindosis nie vorhergesagt werden, sondern wird immer neu an Ernährung, Bewegung und Umgebungsumstände angepasst. Eine falsche Dosierung hat sofort schwerste Konsequenzen bis hin zur Bewusstlosigkeit durch Über- oder Unterzucker.

Diabetes Typ 1 verursacht Langzeitschäden an Organen

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Dr. med. Dieter Scholz ist Oberarzt und Leiter Diabetologie am St. Antonius Krankenhaus, Köln.

Die gesunde Bauchspeicheldrüse kann in Sekunden reagieren, wenn wir mit der Nahrung Zucker oder Stärke, zum Beispiel aus Nudeln, Reis oder Kartoffeln, aufnehmen und diese aus dem Darm in das Blut gelenkt werden. Diese zielgenaue Dosierung mit exaktem Timing kann trotz der Fortschritte in der Insulinentwicklung durch die Insulingabe beim Diabetiker Typ 1 nicht nachgeahmt werden. Das Insulin muss aus der gespritzten Stelle in der Unterhaut erst in das Blut eindringen. Die dafür benötigte Zeit dauert auch mit den modernen Insulinen noch zu lang, um den Zuckeranteil von Süßspeisen abzudecken. Die dadurch immer wieder auftretenden Abweichungen des Blutzuckers vom Normalwert führen über die lange Laufzeit der Erkrankung dann leider oft zu den typischen Schäden an Herz, Nieren, Augen und Nerven.

Diabetes-Messungen werden einfacher

Zur Minimierung dieser Schäden ist ein erheblicher Aufwand an Blutzuckermessungen und Insulininjektionen notwendig. Diese eiserne Disziplin über Jahrzehnte durchzuhalten, ist eine unglaubliche Aufgabe für die Betroffenen. Zum Glück wird der technische Fortschritt das Management des Diabetes Typ 1 entscheidend erleichtern. Die wichtigsten Bausteine dieses Fortschritts sind Insulinpumpen, die automatisierte Blutzuckermessung über Sensoren im Gewebe und die digitale Vernetzung dieser beiden Komponenten über lernende Diabetes-Programme, die beispielsweise auf dem Smartphone installiert werden.

St. Antonius Krankenhaus
Schillerstraße 23
50968 Köln-Bayenthal
Telefon 0221 3793-0
www.antonius-koeln.de

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