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Die Cellitinnen nach der Regel des hl. Augustinus

Geschichte der Schwestern aus der Severinstraße

Der Ursprung der Cellitinnen ist in der Beginenbewegung des 13. Jahrhunderts zu finden, da die Beginen sich vorrangig in der häuslichen Krankenpflege engagierten. Im Zuge der Umorganisierung durch die katholische Kirche nahmen viele Gemeinschaften im 14. Jahrhundert die Regel des hl. Augustinus an und wurden so zu Ordensgemeinschaften. 

Der Grundstein für die Cellitinnen aus der Severinstraße, wie wir sie heute kennen, wurde im Jahr 1838 gelegt. Denn damals begannen Cellitinnen-Schwestern aus zwei Klöstern ihren Dienst im Kölner Bürgerspital und gründeten so eine eigene kleine Gemeinschaft. Das erste Mutterhaus, das sie 1864 in Köln-Zündorf erwarben, stellte sich jedoch schnell als zu abgelegen heraus. Daher erwarb die Gemeinschaft 1869 ein Grundstück an der Severinstraße, auf dem sich noch heute das Mutterhaus befindet. 1870 wurde das Mutterhaus feierlich eingesegnet. Gleichzeitig wurde dort eine kleine Pflegeanstalt für altersschwache Frauen eröffnet. 

In den folgenden Jahrzehnten gründeten die Schwestern mehrere Krankenhäuser:
1872 Klinik St. Josef in St. Vieth, Belgien
1874 Heil- und Pflegeanstalt beim Mutterhaus an der Severinstraße, das heute als Krankenhaus der Augustinerinnen – Severinsklösterchen bekannt ist
1888/89 Psychiatrische Krankenanstalt Marienborn
1905 St. Agatha Krankenhaus, Köln-Niehl
1909 St. Antonius Krankenhaus, Köln-Bayenthal

Von 1908 bis 1971 waren die Schwestern außerdem für die Pflege und Bewirtschaftung der Städtischen Krankenanstalten Lindenburg, der heutigen Uniklinik Köln, verantwortlich. In den letzten rund 180 Jahren betreuten die Schwestern bis zu 90 Einrichtungen der Sozialhilfe und haben somit das Sozialwesen der Stadt Köln sowie der umliegenden Gemeinden nachhaltig geprägt. 

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts deutete sich ein Wandel im Gesundheitswesen an. Auch der immer stärker spürbare Nachwuchsmangel stellte die Gemeinschaft vor zusätzliche Probleme, so dass sich der Orden immer mehr auf seine eigenen Einrichtungen konzentrierte und sich aus den Niederlassungen zurückzog. 

Eine weitere Veränderung brachte das II. Vatikanische Konzil im Jahr 1962. Aufgrund der darin beschriebenen christlichen Entwicklungshilfe nahm die Ordensgemeinschaft Kontakt zur Diözese Kerala im Südwesten Indiens auf. Nur zwei Jahre später kamen sechzehn indische Novizinnen nach Deutschland. 1967 wurde das erste Krankenhaus der „Augustinian Sisters“, wie die Cellitinnen in Indien genannt werden, in Kumily/Kerala gegründet. Da in den folgenden Jahren die Zahl der Ordensschwestern in den indischen Gemeinschaften immer mehr zunahm, wurden die dortigen Ordensfilialen im Jahr 1981 zu einer eigenen Region mit Sitz in Bangalore zusammengefasst. Aus der Region wurde 1991 die Provinz Indien

Das Jahr 2001 markierte einen weiteren Einschnitt für die Gemeinschaft: Am 1. Januar 2001 gaben die Ordensschwestern die Verantwortung für die wirtschaftlichen Belange der durch Sie geführten Einrichtungen an die Stiftung der Cellitinnen e.V. ab. 

Webseite der Genossenschaft der Cellitinnen nach der Regel des hl. Augustinus